01.02.2019 – Gastvortrag von Dr. Veronika Kretschmer, Fraunhofer IML, Dortmund über kognitive Ergonomie

Die Digitalisierung spielt in allen Bereichen des Wirtschaftslebens inzwischen eine bedeutsame Rolle. Die Entwicklung neuer Technologien findet stetig neue Anwendungsfelder in Unternehmen und Industrie. Wie kann dabei gewährleistet werden, dass die Technologie den Menschen entlastet und unterstützt und nicht zu neuen Erkrankungen führt?
Eine Frage, die auch für Mediatorinnen und Mediatoren eine Rolle spielt, wenn sie bei Veränderungsprozessen in Unternehmen hinzugezogen werden. In einem Gastvortrag von Frau Dr. Veronika Kretschmer, Fraunhofer IML, erhielt die Fachgruppe von der Mitherausgeberin des Buches „Kognitive Ergonomie“ aus erster Hand verständliche und praxisnahe Informationen zu aktuellen Entwicklungen und Anwendungsszenarien. Der besondere Fokus lag dabei auf dem Bereich der Intralogistik, also dem Warenfluss innerhalb eines Unternehmens.
 

19.10.2018 - Fachgruppen-Treffen in KARLSRUHE: Gestaltbarkeit der durch die Digitalisierung bedingten Veränderungsprozesse

Das Wort „Digitalisierung“ löst in Unternehmen Faszination aber auch Ängste aus. – Nicht nur bei Mitarbeitenden, auch bei Führungskräften und Entscheider*innen.

Lea Regling stellte anhand von zwei Thesen und einem Pyramidenmodell theoretische Überlegungen zu Veränderungsprozessen in Organisationen vor, die durch Digitalisierung bedingt sind. Die Überlegungen lehnen sich an systemische Prinzipien nach Ideen von Matthias Varga von Kibéd an:

(1) Nichtleugnen:   Wesentlich für das Funktionieren eines Systems ist, sich mit den tatsächlichen Gegebenheiten auseinander zu setzen, sie nicht zu ignorieren oder zu leugnen, sondern bei Unstimmigkeiten miteinander in den Dialog zu treten.

(2) Zugehörigkeit zum System, also Klarheit darüber, wer, wann, in welchem Umfang dazu gehört, ist ebenfalls sehr grundlegend für ein wertschätzendes und funktionierendes Miteinander.

(3) Zeitliche Reihenfolge:   Dazu gehört auch die Anerkennung der Leistungen der Vergangenheit, die die Grundlage für die jeweilige Weiterentwicklung des Systems gelegt haben. Dabei spielt auch die zeitliche Reihenfolge in der Wahrnehmung eine wichtige Rolle. Besonders deutlich wird dies, wenn Menschen von außerhalb des Systems neu in Führungspositionen kommen.

(4) Höherer Einsatz:   Stabilisierend auf das System wirkt sich die Anerkennung des besonderen Einsatzes für das Ganze aus. Gerade in turbulenten Zeiten mit schnellen Veränderungsprozessen ist es wichtig, sich diesen Faktor bewusst zu machen.

(5) Höhere Leistung und Fähigkeiten:   Nicht zuletzt sind die besonderen Kompetenzen und Fähigkeiten der Mitglieder eines Systems entscheidend für den Erfolg des Ganzen. Hier spielt die Anerkennung dieser Leistungen und Fähigkeiten ebenfalls eine entscheidende Rolle.

Im Anschluss tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fachgruppentreffens in einer von Lea Regling moderierten Diskussion zu zwei Thesen aus:

Arbeitshypothese 1

»Die Akzeptanz von digitalisierten Prozessen setzt voraus, dass Änderungen/Neuerungen für alle Beteiligten besprechbar sind.«

 

Arbeitshypothese 2

»Bei Einführung von digitalisierten Prozessenstellt sich die Frage, wie man auch die mitnimmt, die der analogen Welt verhaftet sind.«

Diskussionsteilnehmer*innen waren Axel Ader, Dr. Detlev Berning, Diana Koll, Hans-Jürgen Rojahn, Ingo Aulbach, Petra Hövelborn, Thomas Boeger, Ute Lorenzen. Die gemeinsam erzielten Ergebnisse sind unter der Überschrift „Digitalisierung in Unternehmen – ein gestaltbares Mittel“ im Spektrum der Mediation (Heft 75) veröffentlicht.

 

06.07.2018 - Neue Wege - Mediation findet immer stärker den Weg in die Öffentlichkeit

Die Fachgruppe Mediation in Organisationen / Wirtschaftsmediation beschäftigt sich derzeit intensiv mit der Frage, wie sich Digitalisierung auf unsere Arbeitswelt auswirkt. In einem neuen, offenen Format waren mit Marc Gerbracht - Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Siegen und Markus Rall - Viality und Deutsches Institut für VR e.V., zwei ausgewiesene Experten und Praktiker eingeladen, ihre Themen vorzustellen, von ihren Erfahrungen zu berichten und mit den Mitgliedern der Fachgruppe und Gästen ihre Gedanken auszutauschen. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch ein World Café zu den Thesen „Willkommen im Team Kollege“, „Wenn Algorithmen zum Chef werden“ und „Vom Verschwinden ungeliebter Arbeit“.

Das Fazit: Digitalisierung wird einen deutlich stärkeren Einfluss auf die Gesellschaft als die bisher von uns erlebten technologischen Veränderungen haben. Die sich daraus ergebenden Fragen können nachhaltig nur miteinander beantwortet werden. Ob es um die Planung neuer Fahrradwege in der Innenstadt geht oder um die Begleitung von mittelständischen Unternehmen auf dem Weg in die Digitalisierung – interdisziplinäre und partizipative Prozesse sind für ein nachhaltiges Ergebnis unerlässlich. Mediation und eine mediative Haltung werden damit zu Erfolgsfaktoren für erfolgreiche Veränderungsprozesse.